BERESINA * licht in der dunkelheit

unser leben gleicht der reise eines wandrers in der nacht…

Mit ‘zivilisation’ verschlagwortete Einträge

Bern ist tot

Verfasst von WANDERER am 19. Januar 2008

Berns Verantwortliche haben die Anti-WEF-Demo verboten. Und wollen dieses Verbot kompromisslos durchsetzen. Fodern dazu Verstärkung vom Polizeikonkordat Nordwestschweiz an. Seit dem Morgen fahren in der Kaserne Autos aus SO, BS, BL, AG und dem ganzen Kanton BE vor, gefüllt mit Polizisten. Parkplatz Schützenmatte gesperrt. An jeder Hausecke Gruppen von Polizeigrenadieren, Mannschaftsbussen, Wasserwerfern und Viehgatter-Jeeps. Schaufenster mit Holzverschlägen gesichert. Strassen (fast) leer.

Das weckt Erinnerungen. Andere Polizeiuniformen natürlich. Und anstatt Plexiglas-Schilder (unbenutzte) Kalaschnikovs. Oberflächlich Alltag. Nach Einbruch der Dämmerung leere Strassen. Mulmiges Gefühl.

Dort hiess es ethnischer Konflikt.

Was ist es hier und jetzt in Bern?

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tag 13 * 11:45

Verfasst von WANDERER am 6. Oktober 2007

Slow motion
Alles wird gemächlicher. Schritte, Denken, Sprechen, Puls…
Während die Menschen an mir vorbeieilen, gehe ich langsam meinen Weg. Keine Hast, keine Eile, bloss noch Weile. Aufpassen muss ich dafür beim Überqueren von Strassen ;) Und je länger je mehr dünkt mich tatsächlich, dass Schnecken „Jufli-Cheibe“ sind :) Dann habe ich mal meinen Ruhepuls gemessen. Er ist um ca. zehn Schläge pro Minute zurückgegangen!

Sprachirritation und Reizüberflutung
Nachdem ich zehn Tage lang in Italien war und in Denken und Sprechen mein Italienisch aufgefrischt habe, bin ich nun immer wieder irritiert, mehr Schweizerdeutsch zu hören als Italienisch. Bin doch bloss über eine Landes- und keine Sprachgrenze gegangen!?
Da ich dazu neige, möglichst alle verfügbaren Informationen in mich aufzusagen, bin ich hier in der Zivilisation viel mehr abgelenkt. Schaufenster, Sprachfetzen, Schlagzeilen, Hinweistafeln und und und. Fast leide ich an Reizüberflutung. Ich habe mich deshalb heute auf den Monte Bré zurückggezogen und geniesse wieder mal Sonne, Ruhe, Vogelgezwitscher usw.

Der Friede Gottes
Habe heute die Aussendung der 12 Jünger (Matthäus 10, 5-15 Hfa) gelesen. Der Friede Gottes umgibt mich! Und ich darf ihn zu den Menschen um mich herum bringen! Dazu der Auftrag: Aussprechen, dass Gottes Reich nahe ist und entsprechende Handlungen vornehmen. So simpel und doch so umwerfend. Ach, wie gerne will ich mir in Zukunft mehr Zeit dafür nehmen.

Dann noch Psalm 73. Die Überschrift sagt eigentlich schon alles: „Anfechtung und Trost beim Glück des Gottlosen“. Den muss ich mir unbedingt merken. Und ihn dann hervorholen, wenn ich wieder mal neidisch auf „alle anderen“ bin, denen es scheinbar ach so gut geht.

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tag 06 * 09:40

Verfasst von WANDERER am 29. September 2007

Zivilisation :(
Nach der Abgeschiedenheit in der Natur haben mich nun die Geräusche der Zivilisation wieder. Autos, Musikkonzerte und natürlich Züge, vor allem Güterzüge. Wie das wohl wird, wenn im Dezember der Lötschberg-Basistunnel ans Netz geht?

Habe meinem Körper zum Frühstück einen halben Liter Milch gegönnt. Schön langsam, Schluck für Schluck. Hunger habe ich nach wie vor nicht, obschon ich nun seit mehr als fünf Tagen nichts gegessen habe (ausser einer Handvoll Heu- und Himbeeren). Damit ist bereits 1/8 der Zeit vorüber, dabei bin ich doch eben erst losgezogen!

Die Natur geniessen!
Ich bin nun also im Tal unten, im Moment in einer „Oasi WWF„. Auch hier wunderschön, mal abgesehen von den Mückenschwärmen ;) Ich staune immer wieder ob all den wunderschönen Plätzchen, die es in der Natur auf kleinstem Raum gibt. Habe wohl verlernt, dies wahrzunehmen. Wenn ich nach draussen gegangen bin, so habe ich immer etwas gemacht. Joggen, wandern, klettern usw. Dabei habe ich mir nie mehr die Zeit genommen, um innezuhalten und die Schönheit der Natur auf mich wirken zu lassen. Das ist schade, ich will es ändern.

Reisepläne
Ich habe vorgesehen, hier mal Rast zu machen, zu verschnaufen und dann dem Fluss entlang Richtung Süden zu gehen (bin drum nach meinem Abstecher ins Val Grande bloss wenige Kilometer südlich von Domodossola!). In Verbania werde ich hoffentlich Reparaturmaterial für meine Biwak-Matte finden. Ev. werde ich ab dort mit dem Schiff ein Stück seeaufwärts, Richtung Schweiz fahren. Wird sich weisen.

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