Letzte Session der Konferenz. Dale zum letzten. Eine Zeit, die mein Denken herausforderte, meine bisherige Sicht und Erfahrungen mit Kinder- und Jugendarbeit überdenken und ev. uminterpretieren lassen wird. Wohin das führen wird, weiss ich noch nicht…
Heilige und Heiligere
Da kam eine Frau zu mir und fragte, ob ich die Sessions aufnehme. Ja, sagte ich. Um höflich zu sein, startete ich dann folgende Konversation (so ungefähr):
Ich: Kommen sie aus Bern?
Frau: Nein, aus XY. (Ein Zentrumsort in der weiteren Umgebung von Bern)
I: Dann gehen sie in die Gemeinde AB?
F: Nein, wir sind in der Gemeinde DE. Also eigentlich würden wir vom Typ her besser in AB passen, aber wir haben den Eindruck, dass der Herr uns in DE haben will. In DE läuft nicht so viel. Satan ist offensichtlich am Wirken. Und irgendwer muss ja dranbleiben und das Gute tun. Wenigstens der Pastor will auch vorwärtsgehen.
Mein Lächeln war mittlerweile eingefroren. Irgendwie sind mir solche Menschen nicht ganz geheuer. Ich suche dann jeweils (vergeblich) den Heiligenschein und kontrolliere, ob sie ev. schweben. Hinter der Lächeln-Maske werde ich aber (mehr oder weniger) aggressiv: so selbstgerecht, überheblich, scheinheilig usw. Menschen, die das Kreuz auf sich nehmen und um Jesu willen leiden. So sehen sie sich doch, oder? Wieso habe ich Esel dieses Gespräch überhaupt angefangen und mich nicht hinter meinem MacBookPro und irgendwelcher Arbeit versteckt? Sollen sie sich doch mit ähnlichen Menschen zusammentun und eine Gemeinde von Mehr-Besseren, Mehr-Heiligeren gründen. Anstatt die Normalos von oben herab über ihre Unzulänglichkeiten „aufzuklären“.
So, denen (ähem, wem eigentlich) hab ichs wieder mal gesagt. Punkt, nicht Komma.
Doch anstatt besser fühle ich mich nun noch mieser: Ich bin über Menschen hergezogen, die vom himmlischen Vater mindestens so geliebt werden wie ich… Grrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrr
Vater, vergib mir, denn ich weiss nicht, was ich tue!
Dale läuft zur Hochform auf. Auch diese Session ist hörenswert (coming soon auf vineyard-bern.ch).
Vorher spielte „Wireless“, eine Teenieband. Wow, das ging ab. Dagegen waren die bisherigen Bands schlicht weichgespült :)
Und hier noch ein Video-Clip, das Gareth heute zur Illustration gebraucht hat:
Mit einem Ohr höre ich natürlich mit, was die beiden so alles erzählen. Is also nicht ohne. Unabhängig voneinander habe ich gestern abend und heute morgen den gleichen Kernpunkt rausgehört:
Wie ist meine (deine) Sicht von Kindern, resp. Jugendlichen? Bin ich bereit, sie als ebenbürtige Partner zu betrachten, mit denen ich in erster Linie Beziehung haben möchte?
Dale liess sich (Session 1) diesbezüglich vom hl. Geist herausfordern, seinen 5 Jahre alten Sohn als Bruder zu betrachten (und trotzdem weiterhin Gehorsam zu erwarten ;) Gareth (Session 2A) hatte einen eindrücklichen Traum, der ihn eine ähnliche Lektion lernte
Gareth postulierte zudem eine 5-Punkte-Philosophie für den Umgang mit Kids, Teens und Jugendlichen:
Ermutigung zum Start
Frisch aus dem KiBe (Kinder-Bersteiger-Lager) zurück nahm ich gestern Bibellesebund und Bibel zur Hand. Zu lesen: Matthäus 6, 25-34. Eine unglaubliche Ermutigung für die vor mir liegende Zeit. Vor allem auch, weil ich letzte Woche nicht besonders gut drauf war (fühlte mich alleine und latent aggressiv, immer etwas unzufrieden).