BERESINA * licht in der dunkelheit

unser leben gleicht der reise eines wandrers in der nacht…

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tag 40 * 05:00

Verfasst von WANDERER am 2. November 2007

Saatruhe
Vor drei, vier Wochen hatte ich ja eine Zeit, wo ich beinahe täglich wichtige Einsichten über mich und Gott gewann, Zusammenhänge erkannte, Offenbarungen erhielt und usw. (siehe z.B. tag 27). In der Zwischenzeit ist es diesbezüglich fast ruhig geworden. Mir fiel dazu der Begriff „Saatruhe“ ein. Bin zwar nicht sicher, ob ich den Begriff korrekt verwende, meine damit aber Folgendes: Wenn ein Acker gedüngt, gepflügt, gehackt, besät und gewalzt wurde, liegt er eine Zeitlang einfach ruhig da. Bevor die jungen Pflanzen die Oberfläche durchbrechen, geschieht Tage bis Wochen scheinbar nichts. Doch genau in dieser Zeit passiert das eigentliche Wachstums-Wunder. Aus z.B. einem harten Weizenkorn entsteht ein Keimling, der dann zu Weizen und vielen neuen Körnern wächst!

Ich glaube, dass der hl. Geist die oben erwähnten Einsichten und Erkenntnisse wie Samenkörner in mein Leben gesät hat. Und sie nun am keimen und Wurzeln schlagen sind. In den nächsten Wochen, Monaten und Jahren werden sie langsam sichtbar werden, d.h. heranwachsen, Auswirkungen in meinem Lebens-Alltag zeigen und schlussendlich (reiche) Frucht bringen! So genial!!!

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tag 13 * 11:45

Verfasst von WANDERER am 6. Oktober 2007

Slow motion
Alles wird gemächlicher. Schritte, Denken, Sprechen, Puls…
Während die Menschen an mir vorbeieilen, gehe ich langsam meinen Weg. Keine Hast, keine Eile, bloss noch Weile. Aufpassen muss ich dafür beim Überqueren von Strassen ;) Und je länger je mehr dünkt mich tatsächlich, dass Schnecken „Jufli-Cheibe“ sind :) Dann habe ich mal meinen Ruhepuls gemessen. Er ist um ca. zehn Schläge pro Minute zurückgegangen!

Sprachirritation und Reizüberflutung
Nachdem ich zehn Tage lang in Italien war und in Denken und Sprechen mein Italienisch aufgefrischt habe, bin ich nun immer wieder irritiert, mehr Schweizerdeutsch zu hören als Italienisch. Bin doch bloss über eine Landes- und keine Sprachgrenze gegangen!?
Da ich dazu neige, möglichst alle verfügbaren Informationen in mich aufzusagen, bin ich hier in der Zivilisation viel mehr abgelenkt. Schaufenster, Sprachfetzen, Schlagzeilen, Hinweistafeln und und und. Fast leide ich an Reizüberflutung. Ich habe mich deshalb heute auf den Monte Bré zurückggezogen und geniesse wieder mal Sonne, Ruhe, Vogelgezwitscher usw.

Der Friede Gottes
Habe heute die Aussendung der 12 Jünger (Matthäus 10, 5-15 Hfa) gelesen. Der Friede Gottes umgibt mich! Und ich darf ihn zu den Menschen um mich herum bringen! Dazu der Auftrag: Aussprechen, dass Gottes Reich nahe ist und entsprechende Handlungen vornehmen. So simpel und doch so umwerfend. Ach, wie gerne will ich mir in Zukunft mehr Zeit dafür nehmen.

Dann noch Psalm 73. Die Überschrift sagt eigentlich schon alles: „Anfechtung und Trost beim Glück des Gottlosen“. Den muss ich mir unbedingt merken. Und ihn dann hervorholen, wenn ich wieder mal neidisch auf „alle anderen“ bin, denen es scheinbar ach so gut geht.

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tag 05 * 19:15

Verfasst von WANDERER am 28. September 2007

Ein wunderschöner Flecken Natur
Ich befinde mich an einem wahnsinnig lauschigen Plätzchen etwas oberhalb von Premosello. Nachdem ich nochmals gut 800m abgestiegen bin, befinde ich mich nun fast unten im Tal. Da gibt es ein Bächlein, das mehrere Pools hat, glasklares Wasser, Wasserfälle usw. Umgehend habe ich T-Shirt und Unterhosen ausgewaschen und gleich selber ein Nacktbad genommen. Das tat gut. Ganz in der Nähe habe ich mich für die Nacht eingerichtet. Doch bis ich schlafen gehe, verweile ich am Bächlein. Ich sitze auf einem Stein über einem kleinen Wasserfall, unter mir ein Pool und der Blick talauswärts, wo die letzten Sonnenstrahlen einen Teil des Waldes hell erleuchten. Auch hier werde ich wohl noch ein paar aufrechte Steinmänner hinterlassen :)

Zufällige Begegnung?
Dann ist mir was Lustiges passiert. Beim Abstieg vom Pass traf ich einen alten Mann, mit dem ich ein paar Worte wechselte. Er fragte mich, woher ich komme und ob ich ganz alleine unterwegs sei. Er meinte dann nur „pericoloso“, da im Nationalpark das Handy keinen Empfang hat. Wenn der wüsste, dass ich bloss eine lausige Karte bei mir habe und seit ein paar Tagen am fasten bin!

Nicht schlecht staunte er, als er ein paar Stunden später ins „Dörfchen“ zurückkehrte und mich wieder traf. Er habe nach seinen Ziegen und Schafen gesehen, sagte er und bot mir Kaffee und Bier an. Ich lehnte dankend ab, hätte mich beides wohl glatt vom Sockel gehauen ;) Er ging dann vor mir weiter, doch in der nächsten Ferienhaussiedlung sah ich seinen Rucksack vor einem Haus liegen. Ich dachte, dass es mich ja nicht wundern würde, wenn ich ihn nochmals treffen würde. Weiter unten, kurz vor meinem lauschigen Plätzchen, führte der Wanderweg an einem Hof vorbei. Schön gepflegt, doch keine Schafe und Ziegen da. Könnte doch das Heim des Alten sein. Und tatsächlich, grad nach meinem Bad kommt ein Jeep und er sitzt drin! Ich musste schmunzeln. Vielleicht seh ich ihn ja nochmals, wer weiss. Ich hab auf jeden Fall für ihn gebetet, dass Gottes „Schalom“ bei ihm einkehren möge (als Analogie zu Matthäus 10, 13a (HfA): „Wenn seine Bewohner euch und eure Botschaft annehmen, so wird der Friede, den ihr bringt, in diesem Haus bleiben.“).

Gebet um Erfüllung mit dem hl. Geist
Dann habe ich auch noch ganz schlicht den hl. Geist eingeladen, dass er mich erfüllen soll, so wie er es damals bei der Geistestaufe tat. Ich vertraue, dass er das auch wirklich tut.

Zeit oder noch nicht Zeit?
Dann las ich in Matthäus 8, 28-34 die Heilung der zwei besessenen Gadarener (HfA): „Als Jesus mit seinen Jüngern am anderen Seeufer das Land von Gadara erreichte, liefen ihnen zwei Männer entgegen, die von Dämonen beherrscht wurden. Sie hausten in Grabhöhlen und waren so gefährlich, dass sich niemand in ihre Nähe wagte. Sie fingen an zu schreien: «Was willst du von uns, du Sohn Gottes? Sollen wir schon jetzt gequält werden?»“ Erstaunlich die Frage der Geister, ob Jesus sie „schon jetzt“ quälen wolle. Wieso „schon“ jetzt? Mit Jesus kam das ganze Wirken, die volle Macht Gottes auf die Erde! Wir können und sollen uns nicht auf die Ewigkeit vertrösten. Gottes Reich bricht im hier und jetzt ein. Halleluja!

Diese Nacht wirds wohl nicht regnen. Ausser ein paar Schleierwolken ist der ganze Himmel blau :)

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