BERESINA * licht in der dunkelheit

unser leben gleicht der reise eines wandrers in der nacht…

Mit ‘hingabe’ verschlagwortete Einträge

gottes stimme hören * 1

Verfasst von WANDERER am 22. November 2007

Schon wieder sitze ich in einem Seminar, diesmal als Teilnehmer. Es geht um Prophetie im weiteren Sinn, Schwerpunkt ist „Die Kunst, Gottes Stimme zu hören“. Es ist eng, ich noch im Alltag und mit falschem Schreibzeug ausgestatttet, die Rednerin hält das Mik so nah am Mund, dass ihr Atem durch die Lautsprecher rauscht und sie erklärt uns, wie früher in der 1. Klasse, ganz genau, wo wir welche Notizen hinschreiben sollen usw. Kurz: Fühle mich unwohl.

Ich wechsle also mal den Platz, verschiebe mich Richtung Snack-Buffet ;) und versuche, mal einfach anzukommen. Später gibts eine Gruppenübung, Austausch zum „Ersten Mal“ (ne nei, scho nid was dir itz dänket…). Wie hast du zum ersten Mal Gott gehört, wie alt warst du usw. Umgehauen hat mich aber folgende Frage: In welchem Alter hast du realisiert, dass du die Gabe der Offenbarung hast? Meine Antwort: 37 Jahre, 6 Monate, 3 Wochen – soeben.

Bis jetzt war ich immer der Ansicht, dass mich Gott ev. mit einer überdurchschnittlichen Menschenkenntnis und/oder Intuition ausgestattet hat. Dass ich das als prophetische oder Offenbarungs-Gabe betrachten könnte, war mir schlicht nie in den Sinn gekommen. Ruckartig hat sich meine Perspektive verändert. Wenn ich in Zukunft etwas zum Thema Prophetie hören oder lesen werde, wird das ganz anders zu mir sprechen…

Doch diese Erkenntnis löst gemischte Gefühle in mir aus. Wichtiger als die „Gabe“ ist der Charakter des „Begabten“. Und das ist und bleibt eine Herausforderung, wohl nicht nur für mich. Und trotzdem: Es bewegt sich was, ich bin „über den Jordan“ (siehe tag 22 * 17:30). So cool. Genial. Super.

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tag 16 * 21:30

Verfasst von WANDERER am 9. Oktober 2007

Hingabe
Neben waschen, lüften, sortieren, einkaufen usw. habe ich im Lorrainebad richtig viel Sonne getankt. Doch nach wie vor beschäftigt mich das Thema Hingabe. In Matthäus 10, ab Vers 16 (HfA) spricht Jesus vom Preis der Nachfolge. Bedingungslose Hingabe kann dich fast alles kosten, ausser der (wunderbaren) Zukunft deiner Seele.

Mir ist, als würde ich an einer Schwelle stehen und der hl. Geist mich fragen: „Bist du bereit?“ Ich habe etwas gezögert und dann gesagt: „Wenn du mich so fragst, entscheide ich mich dir zu vertrauen, dass du alles im Griff hast und sage ja, ich bin bereit. Ich will dir folgen, wohin du mich führst.“

Ich stelle mir das so vor, dass ich ja immer auf Jesus zugehe und er mir entgegenstreckt, was er für mich bereithält. Und nur genau das, und nichts anderes, will ich von ganzem Herzen umarmen, seien es Hochs oder Tiefs.

Mir ist dazu ein Teil von Dietrich Bonhoeffers Gedicht „Von guten Mächten…“ eingefallen:
Und reichst du uns den schweren Kelch, den bittern,
des Leids, gefüllt bis an den höchsten Rand.
So nehmen wir ihn dankbar ohne Zittern,
aus deiner guten und geliebten Hand.

Doch dann der Refrain:
Von guten Mächten wunderbar geborgen,
erwarten wir getrost, was kommen mag.
Gott ist bei uns am Abend und am Morgen,
und ganz gewiss an jedem neuen Tag.

 

Menschen- und Gottesfurcht
Menschenfurcht ist mir doch so bekannt. Nach der heutigen Bibellese (Matthäus 10, 26b-33 HfA) und den dazugehörigen Erläuterungen in der Bibellesehilfe habe ich mir folgendes überlegt: Anstatt gegen die Menschenfurcht anzukämpfen, bitte ich den hl. Geist, die Gottesfurcht in mir zu stärken. Es gilt doch: Je grösser die Gottesfurcht, desto kleiner die Menschenfurcht!

 

Und, passend zu diesem Thema, noch ein Zitat von Richard Wurmbrand:
„Ein Mensch glaubt im Grunde nicht an das Glaubensbekenntnis, das er aufsagt,
sondern nur an das, wofür er zu sterben bereit wäre.“

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tag 05 * 12:45

Verfasst von WANDERER am 28. September 2007

Den letzten Pass geschafft
Und zwar mit einer Aufstiegszeit von ca. 15 Minuten pro 100 Höhenmeter! Was mich unter diesen Umständen schon etwas stolz macht ;) Dafür ist der Abstieg auf der anderen Seite ebenfalls mühsam. Volle Konzentration ist gefragt. Im Moment bin ich in einem ehemaligen Dörfchen, das nun aus lauter Wochenend- und Ferienhäusern besteht. Vollkommen verlassen und nirgends ein Bivachio :(
Mache eine längere Pause, um dann gegen Abend weiter Richtung Tal abzusteigen. Bin drum immer noch auf mehr als 1′000 m.ü.M. Dafür können meine Schuhe richtig trocknen, ebenso die Socken und Sohlen, die ich aus Geruchsgründen kurzerhand gewaschen habe.

Nicht-mehr-Wander-Träume
So eine fixe Bleibe, wo ich die restliche Zeit verbringen könnte, eine Art Basis, von der aus ich dann Ausflüge machen würde, wäre halt schon cool. Wohins dann geht, wenn ich mal im Tal bin, weiss ich noch nicht. Dem Lago Maggiore entlang bis Locarno sind es schätzungsweise nochmals 60 km. Ist wohl ohne grössere Probleme zu schaffen, aber ich habe vom Unterwegs sein den Verleider. Und ich bin nicht sicher, wieviel Regen ich mit meiner Ausrüstung trocken überstehen könnte. Habe mir schon überlegt, einfach zurückzukehren und die restliche Zeit zuhause oder bei meinen Eltern zu verbringen ;)

Bewegung in Richtung „perfekter Tausch“
In Matthäus 8, 20-22 sagt Jesus über sich (HfA): „…aber der Menschensohn hat keinen Platz, an dem er sich ausruhen kann.“ Dann folgt die Stillung des Sturms. In der Bibellesehilfe steht dazu: „Nachfolge heisst vertrauen, nicht auf sich, sondern auf den, der die Vollmacht hat; sich der Heimat- und Schutzlosigkeit dieses Menschensohnes auszusetzen und daran teilzuhaben.“ Das spricht mich an. Es deckt sich mit meiner Mühe, ein sicheres, abgesichertes Leben zu führen. Geld, ein sicherer Job, ein eigenes Haus usw. reizt mich nicht. Ist für mich 0-8-15 und damit nicht erstrebenswert.

Diese Erkenntnis ist mir natürlich nicht neu. Mir scheint aber, dass ich „stuck in the middle“ bin, irgendwo zwischen der „sicheren“ Welt und der totalen Abhängigkeit und Auslieferung an Jesus. Entweder-Oder ist wohl auch hier besser als sowohl-als-auch. Dabei ist mir völlig klar, für was ich mich entscheide: Totale, bedingungslose Auslieferung, Verzicht auf Sicherheit. Der „perfekte Tausch“, wie ein Soziologiedoktor das mal genannt hat: Alles für nichts und nichts für alles.

Come on, peschä, mach dich auf den Weg!

Veröffentlicht in AUFBRUCH * fasten- und auszeit 2007 | Verschlagwortet mit : , , | 1 Kommentar »