BERESINA * licht in der dunkelheit

unser leben gleicht der reise eines wandrers in der nacht…

Mit ‘glauben live’ verschlagwortete Einträge

Nacht

Verfasst von WANDERER am 14. Januar 2008

seele in panik

verschwommener blick durch tränengefüllte augen

watte dämpft das lachen der anderen seltsam

mundwinkel tief unten (solange niemand hinschaut)

kopf voll eifersüchtigen zynismus

herzen mit schmerzen – multipliziert durch gutgemeinten trost

frühlingswärme streichelt die haut – prallt dort ab, dringt nicht nach innen

stimme tönt hohl

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gottes stimme hören * 1

Verfasst von WANDERER am 22. November 2007

Schon wieder sitze ich in einem Seminar, diesmal als Teilnehmer. Es geht um Prophetie im weiteren Sinn, Schwerpunkt ist „Die Kunst, Gottes Stimme zu hören“. Es ist eng, ich noch im Alltag und mit falschem Schreibzeug ausgestatttet, die Rednerin hält das Mik so nah am Mund, dass ihr Atem durch die Lautsprecher rauscht und sie erklärt uns, wie früher in der 1. Klasse, ganz genau, wo wir welche Notizen hinschreiben sollen usw. Kurz: Fühle mich unwohl.

Ich wechsle also mal den Platz, verschiebe mich Richtung Snack-Buffet ;) und versuche, mal einfach anzukommen. Später gibts eine Gruppenübung, Austausch zum „Ersten Mal“ (ne nei, scho nid was dir itz dänket…). Wie hast du zum ersten Mal Gott gehört, wie alt warst du usw. Umgehauen hat mich aber folgende Frage: In welchem Alter hast du realisiert, dass du die Gabe der Offenbarung hast? Meine Antwort: 37 Jahre, 6 Monate, 3 Wochen – soeben.

Bis jetzt war ich immer der Ansicht, dass mich Gott ev. mit einer überdurchschnittlichen Menschenkenntnis und/oder Intuition ausgestattet hat. Dass ich das als prophetische oder Offenbarungs-Gabe betrachten könnte, war mir schlicht nie in den Sinn gekommen. Ruckartig hat sich meine Perspektive verändert. Wenn ich in Zukunft etwas zum Thema Prophetie hören oder lesen werde, wird das ganz anders zu mir sprechen…

Doch diese Erkenntnis löst gemischte Gefühle in mir aus. Wichtiger als die „Gabe“ ist der Charakter des „Begabten“. Und das ist und bleibt eine Herausforderung, wohl nicht nur für mich. Und trotzdem: Es bewegt sich was, ich bin „über den Jordan“ (siehe tag 22 * 17:30). So cool. Genial. Super.

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coaching kids & youth * part 3

Verfasst von WANDERER am 10. November 2007

Letzte Session der Konferenz. Dale zum letzten. Eine Zeit, die mein Denken herausforderte, meine bisherige Sicht und Erfahrungen mit Kinder- und Jugendarbeit überdenken und ev. uminterpretieren lassen wird. Wohin das führen wird, weiss ich noch nicht…

Heilige und Heiligere
Da kam eine Frau zu mir und fragte, ob ich die Sessions aufnehme. Ja, sagte ich. Um höflich zu sein, startete ich dann folgende Konversation (so ungefähr):

Ich: Kommen sie aus Bern?
Frau: Nein, aus XY. (Ein Zentrumsort in der weiteren Umgebung von Bern)
I: Dann gehen sie in die Gemeinde AB?
F: Nein, wir sind in der Gemeinde DE. Also eigentlich würden wir vom Typ her besser in AB passen, aber wir haben den Eindruck, dass der Herr uns in DE haben will. In DE läuft nicht so viel. Satan ist offensichtlich am Wirken. Und irgendwer muss ja dranbleiben und das Gute tun. Wenigstens der Pastor will auch vorwärtsgehen.

Mein Lächeln war mittlerweile eingefroren. Irgendwie sind mir solche Menschen nicht ganz geheuer. Ich suche dann jeweils (vergeblich) den Heiligenschein und kontrolliere, ob sie ev. schweben. Hinter der Lächeln-Maske werde ich aber (mehr oder weniger) aggressiv: so selbstgerecht, überheblich, scheinheilig usw. Menschen, die das Kreuz auf sich nehmen und um Jesu willen leiden. So sehen sie sich doch, oder? Wieso habe ich Esel dieses Gespräch überhaupt angefangen und mich nicht hinter meinem MacBookPro und irgendwelcher Arbeit versteckt? Sollen sie sich doch mit ähnlichen Menschen zusammentun und eine Gemeinde von Mehr-Besseren, Mehr-Heiligeren gründen. Anstatt die Normalos von oben herab über ihre Unzulänglichkeiten „aufzuklären“.

So, denen (ähem, wem eigentlich) hab ichs wieder mal gesagt. Punkt, nicht Komma.

Doch anstatt besser fühle ich mich nun noch mieser: Ich bin über Menschen hergezogen, die vom himmlischen Vater mindestens so geliebt werden wie ich… Grrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrr

Vater, vergib mir, denn ich weiss nicht, was ich tue!

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tag 40 * 18:45

Verfasst von WANDERER am 2. November 2007

Von gestohlenen Äpfeln und geschenkter Schokolade
Dieser Apfelbaum von gestern, voll behangen mit rotglänzenden, reifen Äpfeln, die scheinbar niemand ernten will, liess mich einfach nicht mehr los. Also bin ich heute nochmals hingegangen. Im dazugehörigen Haus habe ich geklingelt, wollte um ein paar Äpfel bitten. Doch niemand öffnete. Da bin ich kurzerhand auf den Baum gestiegen und habe soviele Äpfel gepflückt, wie ich in zwei Papiertragtaschen packen konnte, sicher etwa 20 kg. Ich weiss, nennt man stehlen. Doch es sollte noch schlimmer kommen… Zuhause habe ich dann die schönsten Äpfel rausgelesen, um sie den Nachbarn zu schenken. Doch oh Schreck, ich kriegte Geld und Schokolade dafür! Bin also nicht bloss ein Dieb, sondern auch noch ein Hehler :)

Mit der Schokolade hat es eine besondere Bewandtnis. Eigentlich wollte ich nach meiner Fastenzeit meinen Schokoladenkonsum einschränken. Dochv zum Auffuttern von Kilos ist sie halt schon hilfreich. Ok, esse ich halt ab und zu etwas dunkle Schoggi, sagte ich mir. Schliesslich liegt so eine im Vorratsschrank, d.h. lag dort bis vor zwei Tagen ;) Doch dann hat sie mir irgendwer einfach weggegessen… Doch vorhin, was kriege ich in die Hand gedrückt? Eine Crémant! In meinem Innern sah ich förmlich den hl. Geist grinsen und mir mit den Augen zuzwinkern. Und beim Geld wusste ich auch sofort, für was es bestimmt ist. Ich werde mir morgen ein Thera-Band kaufen, so ein elastisches Band, mit dem man alle möglichen und unmöglichen Muskeln trainieren kann. Habe ich nämlich bitter nötig, da ich neben Fett auch eine Menge Muskeln verloren habe. Und genau heute (!) flatterte ein Katalog ins Haus, auf dem ein solches Thera-Band inkl. Anwendungsbroschüre angepriesen wurde. Noch vor einer Woche wäre dieses Angebot unbeachtet im Altpapier gelandet. Da hat jemand wohl an mich gedacht und ganz genau geplant :)

Sowieso, ich interpretiere Schokolade und Katalog/Thera-Band ganz klar als Zeichen, dass Gott fürsorglich und liebevoll zu mir schaut. Eigentlich krass: Derjenige, der von den unendlichen Weiten des Universums bis zu winzigen Quarks alles erschaffen und organisiert hat, kümmert sich um meine, seien wir ehrlich, eigentlich unbedeutenden Schokoladenwünsche!!!

PS: Die weniger schönen Äpfel habe ich kurzerhand zu gut vier Kilogramm Apfelmus verarbeitet. Und immer noch stehen jede Menge guter Äpfel rum. Wer die wohl alle essen will?

PPS: 19 Uhr ist vorüber, der Countdown der letzten 12 Stunden hat begonnen :)

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tag 39 * 18:15

Verfasst von WANDERER am 1. November 2007

Die verflixte „Rechnung ohne den Wirt“
Gestern kam ich mir sowas von obergeistlich vor. Den ganzen Tag fast ausschliesslich in Zungen beten! Dabei interagieren hl. Geist und menschlicher Geist direkt miteinander (so hab ich das jedenfalls mitgekriegt). Dumm bloss, dass Seele und Verstand davon kaum was mitkriegen und damit krass unterbeschäftigt sind (bei mir wars auf jeden Fall so). Dafür waren sie in der Nacht hoch aktiv, wo ich doch eigentlich schlafen wollte :)

Aus purer Langeweile habe ich heute Haselnüsse, auf der Strasse liegende (sprich zerbeulte) Äpfel und am Gartenzaun einer unbewohnten Liegenschaft hängende Trauben gesammelt. Die Haselnüsse habe ich aufgemacht und geröstet, die Äpfel sorgfältig gerüstet und zusammen mit den Trauben gekocht. Eigentlich wollte ich Mus machen, doch weil ich zuviel Wasser reingeschüttet habe, wirds nun, serviert mit Vanille-Eis, ein herrliches Dessert. Weiter habe ich mir aus mind. drei Quellen ein Rezept für eine „Bärner-Anke-Züpfe“ zusammengestellt, welche ich am Samstag backen will.

Aber…
Eigentlich wollte ich doch diese letzten Tage ohne Ablenkung und nur mit Gott verbringen. Ev. gemeinsam Rückschau halten, mir nochmals ganz viele Dinge zeigen lassen usw. Hab mir das alles so genial ausgedacht und dabei angenommen, dass der hl. Geist sich selbstverständlich an dieses Drehbuch hält. Ist da wohl was verkehrt gelaufen?
Als mir vorhin einfiel, dass ich den Tag über kaum einen Gedanken an Gott Vater, Sohn und hl. Geist verschwendet habe, erinnerte ich mich ich an die Bibellese von heute morgen: Petrus geht auf dem Wasser (Matthäus 14, 25-31 HfA). Ach, wie ich diesen Haudegen mag!
Der in der Bibellesehilfe betonte Aspekt passte mir dagegen weniger. Da stand, dass die Reihenfolge nicht stimme. Petrus folge eigentlich keinem Auftrag von Jesus, sondern er habe seinem „Chef“ befohlen, was dieser ihm befehlen solle… Jesus lässt ihn gewähren. Und hilft ihm anschliessend auch noch aus der selbstverschuldeten Patsche. Naja, viel treffender könnte man meine Situation ja kaum beschreiben. Ich musste laut lachen, als ich das realisierte.

„Jesus, es tuet mer leid, dass ig so säubverständlech erwartet ha, dass du di a mini Planig haute wirsch. Danke, dass du mir vergisch u nid nachtragend bisch. U danke natürlech o für au die guete Sache, woni drfür itz de am Samschti darf ässe.“

Nun, was machen mit den verbleibgenden ca. 36 Stunden (bis Samstagmorgen um 7 Uhr)? Wenn ich jetzt vor lauter Nichtstun beginne, alle fünf Minuten auf die Uhr zu gucken, wird es wohl nie Samstag ;). Nein, werde mich nochmals ernsthaft und unvoreingenommen mit dem hl. Geist besprechen, was noch wie laufen soll…

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tag 38 * 17:30

Verfasst von WANDERER am 31. Oktober 2007

Ruhe & Frieden
Am morgen, noch im Bett, habe ich mal ausgiebig gedankt. Ich konnte fast nicht mehr aufhören :). Spät bin ich dann aus den Federn. In der Küche traf ich einen riesigen Geschirrberg an (die Wohnung ist drum vorübergehend zur Junggesellen-WG mutiert). Also hab ich mich überwunden, die Ärmel hoch gekrempelt, einen sozial-diakonischen Einsatz geleistet und alles blitz-blank geschrubbt.

Eigentlich scheint die Sonne, doch es weht ein frischer Wind und ist deshalb bloss um die 15°C. Habe mich warm angezogen und einen etwa 4-stündigen, ganz gemütlichen Spaziergang rund um die Enge-Halbinsel gemacht. Und weils etwas wärmer wurde, mich zuletzt noch lange an die Sonne gelegt. Dabei habe ich fast die ganze Zeit so halblaut in Zungen gesungen. Tiefste Ruhe und Frieden bis in die äussersten Fasern von Körper, Seele und Geist erfüllen mich. Ein wunderbarer Tag!

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tag 36 * 08:15

Verfasst von WANDERER am 29. Oktober 2007

Auch auf den zweiten Blick ein schöner Tag
Neben den bereits beschriebenen Erlebnissen entdeckte ich im Nachhinein noch eine zweite geniale Spur im gestrigen Tag. Dabei hat es zuerst ganz anders ausgesehen. Ich war extra früher ins Eichholz gegangen, um dort noch in der Bibel zu lesen. Dummerweise verguckte ich mich und las zuerst eine „falsche“ Stelle, d.h. nicht die vom Plan vorgeschlagene. Das Gelesene verwirrte mich, so dass ich den „richtigen“ Text, die Erklärungen dazu und ein spontanes, eigentlich geniales Gespräch darauf gar nicht richtig wahrnahm. Ich war dann den ganzen Tag irgendwie verunsichert.
Später war ich noch zu Besuch und erzählte natürlich auch hier viel ;) von meinen aktuellen Erlebnissen. Irgendwann fragte ich die Gastgeber, leider in einer entschuldigenden Haltung, ob ich für sie beten dürfe. Oh Wunder, das Angebot wurde natürlich dankend abgelehnt. Nun fühlte ich mich vollends mies und schuldig und so weiter…

Auf dem Nachhauseweg bat ich Jesus mal um Vergebung und versuchte, „die Lektion zu erkennen“ (siehe tag 27). Wollte aber nicht recht gelingen, ich war und blieb deprimiert. Doch da blinkte irgendwo in meinem Innern eine Warnlampe. In den letzten Wochen hatte ich doch einen ganz anderen Jesus kennen gelernt! War da heute ev. was „schief“ gelaufen?

Item, zuhause schrieb ich mal all die Erlebnisse ins Tagebuch, inkl. dieser entmutigenden „zweiten Schiene“. Der Eintrag endet mit den Worten „…doch ich bin immer noch traurig deswegen.“ Einige Zeit später, bereits im Bett, tauchte auf einmal die Erinnerung an die morgendliche Bibellese, den zweiten, „richtigen“ Text auf. War mir da nicht was aufgefallen? Licht anmachen und nochmals lesen. Und richtig, ein paar wenige Worte, die mir in Kürze halfen, den Tag in einem ganz neuen Licht zu sehen. Schon genial, der hl. Geist hat/hätte mir, im Bewusstsein was kommen wird, bereits am Morgen den Schlüssel in die Hand gegeben, um einen wunderbaren Tag voller wunderbarer Erlebnisse und Begegnungen zu verbringen!!!

Fazit: Eine wertvolle Lektion mehr, die mir helfen wird, die neuen Denkmuster einzuüben und in die Alltags-Realität einfliessen zu lassen :)

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tag 30 * 10:00

Verfasst von WANDERER am 23. Oktober 2007

Existierende Wertschätzung explizit ausdrücken
Besuchte nochmals meine Eltern (siehe tag 19). Das letzte Gespräch mit meinem Vater löste einige Gedanken aus, die ich unbedingt noch mit ihm teilen wollte. Es gab eine Zeit, in der ich mir wünschte, einen anderen Vater zu haben. Egal, was für einen, bloss nicht meinen. Unser Verhältnis war dementsprechend mind. schwierig… Als ich etwa 24 war, änderte sich aber unsere Beziehung (oder änderte sich bloss meine Haltung?). Ich vergab meinem Vater und bat ihn um Vergebung, dies aber bloss im stillen Kämmerchen.

Oh Mann, dachte ich letzte Woche, vermutlich hab ich das meinem Vater noch gar nie direkt gesagt! Klar, die Beziehung war anders, aber das reichte mir noch nicht. So habe ich mir zu den Stichworten „Vergeben – um Vergebung bitten – Wertschätzung“ einige Gedanken notiert. Gestern Abend war es dann soweit. Wir sind zusammengesessen, ich habe ihm vergeben, ihn um Vergebung gebeten und meine Wertschätzung für ihn ausgedrückt. Emotionen zeigen ist ist nicht grad seine Stärke (meine ja auch nicht). So sass er schweigend da, ich sprach und er sagte ein paar Mal danke. Anschliessend diskutierten wir noch lange miteinander. Auch dies in gewohnter Manier: Sehr lebhaft.

Auszeit – Natur versus Stadt
Meine Auszeit verläuft ja nicht so, wie ich sie mir eigentlich vorstellte (siehe tag 15). In der gewohnten Umgebung mit all ihren Ablenkungen fällt es mir viel schwerer, zur Ruhe zu kommen. Doch mir dämmerte langsam ein Vorteil der aktuellen Variante. All die Erlebnisse und Erkenntnisse wecken den Wunsch nach konkreten Veränderungen. Im „Halb-Alltag“ kann ich jetzt bereits erste Schritte unternehmen. Wäre ich irgend in einer abgeschiedenen Alphütte, würde ich wohl schönen Tagträumen nachhängen, von denen, zurück im Alltag, wohl die meisten wie Seifenblasen platzen oder davonfliegen würden. So wies jetzt aber läuft, ist die Nachhaltigkeit sicher grösser.

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tag 29 * 12:30

Verfasst von WANDERER am 22. Oktober 2007

A strange day
Als ich vorletzte Nacht schlaflos im Bett lag, studierte ich an einer kommenden schwierigen Begegnung herum. Meine Seele war in ängstlicher Unruhe, ich wie erstarrt. Doch einmal mehr durfte ich eine neue Erfahrung machen, neue Einsicht gewinnen und das liebevolle Wesen von Jesus erleben. Bisher hatte ich in vergleichbaren Situationen meine Seele/Emotionen gescholten, ihr Verhalten als unreif und ungeistlich unterdrückt und mich dabei enorm schuldig (vor Gott) gefühlt.

Irgendwann fiel mir auf, dass diesmal etwas anders lief. Doch was genau? Da waren keine Schuldgefühle, kein Versuch, die seelischen Regungen zu unterdrücken! Mir war, als ob Jesus mich (virtuell) umarmen möchte. Offensichtlich akzeptiert er meine Emotionen nicht einfach nur, er wünscht sie sich sogar! Während dessen „stand“ ich da, steif, ohne innere Regung und er „drückte“ mich kurz an sich. Wie Schuppen fiel mir von den Augen, dass ich meine Seele/Emotionen in einem engen Korsett auf Mittelmass getrimmt hatte.

Ich erschrak, dies machte mich traurig. Ich hatte einen wichtigen Teil von mir jahrelang unterdrückt und mir so selber Schaden zugefügt. Wie oft Jesus wohl mit meiner Seele bereits über die ihr so zugefügten Schmerzen und Verletzungen geweint hatte? Ich tat Busse, bat meine Seele und Jesus um Vergebung und lud sie ein, in Zukunft mehr Raum einzunehmen, ja zwischendurch ruhig auch mal „auf den Putz zu hauen“. Meinem Verstand erklärte ich, dass die Seele seine ebenbürtige Ergänzung ist und sie aufeinander angewiesen sind. Anschliessend fühlte ich mich leer, komplett ausgelaugt und dieser Zustand hielt bis weit in die Nacht hinein an.

Etwa um die Mittagszeit konnten sich die seelischen Schmerzen dann endlich mit ein paar Tränen Luft verschaffen. Den Nachmittag verbrachte ich, unterbrochen von etlichen Pausen, mit dem Vorbereiten der schwierigen Begegnung.

Als ich gegen Abend aufbrach, zog es mich in den Gottesdienst der Vineyard Bern, trotz meinem unerschütterlichen Vorsatz, mich während der Auszeit dort nicht blicken zu lassen ;) Ich war so fertig, dass selbst meine ausgeprägte Prinzipienreiterei nicht gegen diesen Impuls ankam. Im Gottesdienst traf ich dann just auf die „schwierige Begegnung“. Seltsamerweise verbrachten wir anschliessend den Abend zusammen!? Verstehe ich immer noch nicht.

Und dann, irgendwann diese Nacht: Die bleierne Leere wich, meine Seele jauchzte und tanzte und ich wurde von einem tiefen Glücksgefühl durchströmt :) :) :) – soooo schön – und auch diesmal wieder: Danke viu mau!

Fürwahr, meine Seele ist still und ruhig geworden wie ein kleines Kind bei seiner Mutter; wie ein kleines Kind, so ist meine Seele in mir. (Psalm 131, 2 LU)

Tagebuch-Vorsätze
Tagebuch schreiben, so wie ichs gerade mache, hat mich richtig gepackt. Gedanken sammeln und ausformulieren hilft mir beim Verarbeiten von Erlebnissen, Eindrücken, Gesprächen usw. Ich gewinne neue Einsichten und Erkenntnisse. Ebenso intensiv ist/kann im Nachhinein das Lesen der Einträge sein. Erinnerungen werden wach, man sieht, was sich über die Zeit wie verändert hat, wo man stehen geblieben ist und welche Hoffnungen wie Seifenblasen zerplatzt sind. Ich habe in den letzten Tagen in meinem „Tagebuch-Spiegel“ auf jeden Fall einige Dinge gesehen, die ich lieber verdrängen würde :(

Da mein Heft gleich voll sein wird, habe ich heute ein neues gekauft. Ist so eine Art Ringheft, wo man einzelne Seiten rausnehmen und anderswo wieder einfügen kann, inkl. ein paar Registerseiten (ADOC-System). Bin richtig stolz auf meine neueste Errungenschaft und freue mich, auch dieses Heft mit Sinn und Unsinn zu füllen ;)

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tag 27 * 11:00

Verfasst von WANDERER am 20. Oktober 2007

Fehler machen: Versagen versus Lektion
Kürzlich unterhielt ich mich mit einer Frau, die eine Fehlgeburt hinter sich hatte. Für sie eine äusserst schmerzliche Erfahrung. Enttäuschung, Wut, Trauer, Klage, Schuldgefühle usw. Sie war der Überzeugung, dass sie in den Wochen vorher einige Dinge getan hatte, die ev. die Fehlgeburt verursachten. In dieser Zeit erhielt sie von einer Freundin folgenden Rat:

„Betrachte Fehlverhalten nicht als Versagen/Schuld, sondern als Lektion, aus der du was lernen kannst.“

Hier prallen zwei ganz unterschiedliche Sichtweisen aufeinander:

  • Versagen drückt dich zu Boden, raubt dir die Perspektive, führt zu Klage und Anklage, raubt dir Selbstachtung usw.
  • Eine zu lernende Lektion dagegen hilft, nach dem Fallen inne zu halten, sich zu öffnen für neue Einsicht und dann wieder aufzustehen. Reifer und weiser weiterzugehen.

Ein kleiner Unterschied im Denken – phänomenal unterschiedliche Folgen!

…konkret
Letzthin war ich in der Stadt, um mich nach einer externen Festplatte für meinen Laptop umzusehen. Irgendwo hatten sie gerade eine tolle Aktion, wo ich spontan zugeschlagen habe. Klar, supergünstig, doch die Speicherkapazität ist so gross, dass ich die Festplatte in zehn Jahren wohl kaum zur Hälfte voll bringen werde ;) Zuhause habe ich mich dann gefragt, ob diese Investition wirklich nötig war, d.h. ob ich mein Geld gemäss Gottes Wünschen ausgegeben habe oder ich mich schlicht vom Schnäppchen hatte verführen lassen. Eine kleinere Festplatte wäre drum ein gutes Stück billiger gewesen. Während ich voller Scham diesen Gedanken nachhing, kam mir das oben erwähnte Gespräch wieder in den Sinn. Habe deshalb einen Zettel an die Festplatte geklebt: „Erkenne die Lektion!“ Danke Eva (und Jesus) für das ehrliche und wertvolle Gespräch. Und die Lektion…

Phasen
Wenn ich auf die vergangenen Wochen zurückblicke, erkenne ich unterschiedliche Phasen:

  • Zur Ruhe kommen
    Die ersten paar Tage waren geprägt durch das Unterwegs sein und sich an die veränderten Bedingungen gewöhnen (siehe tag 13 „slow motion„). Körper und Geist kamen zur Ruhe.
  • Göttliche Dimension
    Dann begann sich sachte der hl. Geist zu melden. Eine Zeit der erlebten und je länger je mehr auch erwarteten Führung, z.B. beim Suchen von geeigneten Biwakplätzen (siehe z.B. tag 8 „Biwakplatz finden…“ und tag 12 „Sesam, öffne dich“). Alles Ermutigungen, mich bewusst für die göttliche Dimension zu öffnen.
  • Verarbeiten
    Woche drei, mit den vielen Gesprächen und Begegnungen, diente dem Reflektieren und Verarbeiten des bereits Erlebten. Daraus nehme ich viele Anstösse und Einsichten mit (siehe tag 19 „Besuch im Frittenbach“ oder tag 24 „tell your story… „).
  • Offenbarung und Einsicht
    Die letzten Tage hatte ich viel Zeit zum Nachdenken. Unterstützt durch die Erinnerungen (siehe tag 23 „Erinnerungen“) zeigt mir der hl. Geist falsche Denkmuster auf, schenkt mir Einsichten, offenbart mir neue Aspekte von Gottes Wesen usw. Dabei geht er so sachte, so motivierend vor. Überhaupt nicht verurteilend! Oft bin ich beschämt, den Tränen nahe. Daraus entsteht Reue und Busse und daraus die befreiende Erfahrung der Vergebung. Und immer wieder die Einladung an den hl. Geist, mit mir neue Denk- und Verhaltensmuster zu trainieren.

Staunend, ja überwältigt danke ich Jesus immer wieder für alles, was ich in dieser genialen Zeit erleben darf. Es übertrifft meine kühnsten Erwartungen! Und weckt dazu einen enormen Hunger nach mehr…

Noch liegen weitere zwei Wochen vor mir. Was sie wohl noch alles bringen werden?

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