A strange day
Als ich vorletzte Nacht schlaflos im Bett lag, studierte ich an einer kommenden schwierigen Begegnung herum. Meine Seele war in ängstlicher Unruhe, ich wie erstarrt. Doch einmal mehr durfte ich eine neue Erfahrung machen, neue Einsicht gewinnen und das liebevolle Wesen von Jesus erleben. Bisher hatte ich in vergleichbaren Situationen meine Seele/Emotionen gescholten, ihr Verhalten als unreif und ungeistlich unterdrückt und mich dabei enorm schuldig (vor Gott) gefühlt.
Irgendwann fiel mir auf, dass diesmal etwas anders lief. Doch was genau? Da waren keine Schuldgefühle, kein Versuch, die seelischen Regungen zu unterdrücken! Mir war, als ob Jesus mich (virtuell) umarmen möchte. Offensichtlich akzeptiert er meine Emotionen nicht einfach nur, er wünscht sie sich sogar! Während dessen „stand“ ich da, steif, ohne innere Regung und er „drückte“ mich kurz an sich. Wie Schuppen fiel mir von den Augen, dass ich meine Seele/Emotionen in einem engen Korsett auf Mittelmass getrimmt hatte.
Ich erschrak, dies machte mich traurig. Ich hatte einen wichtigen Teil von mir jahrelang unterdrückt und mir so selber Schaden zugefügt. Wie oft Jesus wohl mit meiner Seele bereits über die ihr so zugefügten Schmerzen und Verletzungen geweint hatte? Ich tat Busse, bat meine Seele und Jesus um Vergebung und lud sie ein, in Zukunft mehr Raum einzunehmen, ja zwischendurch ruhig auch mal „auf den Putz zu hauen“. Meinem Verstand erklärte ich, dass die Seele seine ebenbürtige Ergänzung ist und sie aufeinander angewiesen sind. Anschliessend fühlte ich mich leer, komplett ausgelaugt und dieser Zustand hielt bis weit in die Nacht hinein an.
Etwa um die Mittagszeit konnten sich die seelischen Schmerzen dann endlich mit ein paar Tränen Luft verschaffen. Den Nachmittag verbrachte ich, unterbrochen von etlichen Pausen, mit dem Vorbereiten der schwierigen Begegnung.
Als ich gegen Abend aufbrach, zog es mich in den Gottesdienst der Vineyard Bern, trotz meinem unerschütterlichen Vorsatz, mich während der Auszeit dort nicht blicken zu lassen ;) Ich war so fertig, dass selbst meine ausgeprägte Prinzipienreiterei nicht gegen diesen Impuls ankam. Im Gottesdienst traf ich dann just auf die „schwierige Begegnung“. Seltsamerweise verbrachten wir anschliessend den Abend zusammen!? Verstehe ich immer noch nicht.
Und dann, irgendwann diese Nacht: Die bleierne Leere wich, meine Seele jauchzte und tanzte und ich wurde von einem tiefen Glücksgefühl durchströmt :) :) :) – soooo schön – und auch diesmal wieder: Danke viu mau!
Fürwahr, meine Seele ist still und ruhig geworden wie ein kleines Kind bei seiner Mutter; wie ein kleines Kind, so ist meine Seele in mir. (Psalm 131, 2 LU)
Tagebuch-Vorsätze
Tagebuch schreiben, so wie ichs gerade mache, hat mich richtig gepackt. Gedanken sammeln und ausformulieren hilft mir beim Verarbeiten von Erlebnissen, Eindrücken, Gesprächen usw. Ich gewinne neue Einsichten und Erkenntnisse. Ebenso intensiv ist/kann im Nachhinein das Lesen der Einträge sein. Erinnerungen werden wach, man sieht, was sich über die Zeit wie verändert hat, wo man stehen geblieben ist und welche Hoffnungen wie Seifenblasen zerplatzt sind. Ich habe in den letzten Tagen in meinem „Tagebuch-Spiegel“ auf jeden Fall einige Dinge gesehen, die ich lieber verdrängen würde :(
Da mein Heft gleich voll sein wird, habe ich heute ein neues gekauft. Ist so eine Art Ringheft, wo man einzelne Seiten rausnehmen und anderswo wieder einfügen kann, inkl. ein paar Registerseiten (ADOC-System). Bin richtig stolz auf meine neueste Errungenschaft und freue mich, auch dieses Heft mit Sinn und Unsinn zu füllen ;)