Heute habe ich eine Weihnachtsdekoration aufgehängt. Lichterketten, 7 Meter lang, 2×20 Stränge mit insgesamt über 3′000 Lämpchen, die eine Hausfassade schmücken. Sieht im Dunkeln wahnsinnig schön aus.
Da bin ich also mit halbsteifen Fingern am Entwirren der Kabel, als eine Bekannte vorbeiläuft. Nach dem Hallo meint sie, „So, machst du Weihnachten?“ Spontan sage ich „Nein, kann ich nicht, verschönere sie bloss.“ Erst im Nachhinein wird mir bewusst, wie wahr das ist. Weihnachten kann ich nicht machen, dazu brauchte es ein grösseres Kaliber als mich.
Gott, der in Form eines stink:)normalen, schreienden Säuglings Mensch wird.
Da kann ich schlicht nichts mehr hinzufügen. Höchstens zusehen, dass ich das Licht nicht bloss an Hausfassaden hänge, sondern auch im Herzen trage und andere daran teilhaben lasse.
PS: Auf dem Nachhauseweg quatscht mich doch tatsächlich einer an. Und lässt sich (dummerweise) nicht mehr abschütteln. Soll ich ihm nun seine Story abkaufen oder nicht? Doch halt, darum gehts doch eigentlich gar nicht. Gebe ich ihm nun Münz oder nicht? Der kauft damit doch sowieso Stoff und nicht das Bahnbillett nach Thun.
Irgendwoher dringt die Aufforderung der Bibel in mein Bewusstsein, sich der Not der Armen nicht zu verschliessen. Auch diese lässt sich nicht mehr abschütteln ;) und so schiebe ich meine Hand in die Tasche, klaube mein Münz zusammen und gebe es ihm. Kräftezehrende Bewegungen. Scheint mir irgendwie anstrengender, als mit dem Velo 1/2h zur Arbeit zu fahren.
Henu-so-de, leuchten braucht halt nun mal Energie. Ömu de schön häu erlüchteti Adväntszyt auersits.