BERESINA * licht in der dunkelheit

unser leben gleicht der reise eines wandrers in der nacht…

AUFBRUCH * fasten und auszeit

Verfasst von WANDERER am 12. September 2007

Dieser Blog startet mit Einträgen, welche ich während einer 40-tägigen Fasten- und Auszeit schreiben werde (ab 24. September).

40 Tage fasten ???
Doch wie komme ich überhaupt auf die Idee, sowas zu machen? Es gibt natürlich verschiedene Gründe. Der wichtigste ist, dass ich mich seit Jahren von einer diffusen Blockade behindert fühle, die mir zwar zu leben erlaubt, die wahrgenommene Qualität dieses Lebens aber um den Nullpunkt pendeln lässt (Duchschnitt tendenziell im negativen Bereich). Therapie, Seelsorge, Weinen und Klagen, Hoffen und Vertrauen usw. haben mich zwar weitergebracht, meine Persönlichkeit entwickelt, doch die Blockade selber blieb/bleibt immer noch da.

Im Frühjahr entstand dann die Idee, etwas Krasses zu machen, Gott und die Situation herauszufordern. So eine Art Duell mit Show Down könnte man es auch nennen. Anstösse dazu lieferten mir, neben meinem „Leidensdruck“ vor allem zwei Erzählungen aus der Bibel. Eine ist die Stelle, wo die Jünger erfolglos einen bösen Geist austreiben wollten und Jesus auf die Frage nach dem Warum ihres Scheitern erklärt: „Das könnt ihr nur durch Beten und Fasten.“ (Markus 9, 29 HfA). Und dann diente mir Jesus selber als Vorbild. Bevor er seine öffentliche Tätigkeit begann, verbrachte er 40 Tage fastend in der Wüste (z.B. Matthäus 4, 1&2 HfA).

No risk – no win
Es ist meine tiefste Überzeugung, dass neben dem sichtbaren Bereich eine unsichtbare Realität existiert, in der zwei Mächte, Gut und Böse, Gott und der Teufel, in stetem Kampf miteinander liegen. Ich war mir deshalb von Anfang an bewusst, dass es nicht unproblematisch ist, dieses „geistliche Duell“ herauszufordern. Der Schuss könnte auch nach hinten losgehen :(

Drei Szenarien sind denkbar:
Best Case: Gott selbst steht hinter der Idee dieser Auszeit und wird sie nutzen, umd die Blockade zu entfernen oder mir zu helfen, sie zu entfernen. Wäre natürlich supertoll!
Worst Case:
Ich fühle micht weit weg von Gott, verlassen, meine Gedanken geraten in einen Negativstrudel und ich habe Angst vor dem Teufel. Dann sind 40 Tage eine (zu) lange Zeit und es wird gefährlich, ev. sogar lebensgefährlich.
Possible Case (bewusst nicht „Expected“): Geistlich geschieht nichts. Dann verbringe ich halt eine Ruhezeit weit weg vom Alltag, werde mich wohl bald langweilen und mich nerven, so viel Zeit „sinnlos“ zu verbringen ;)

Ich liess die Auszeit-Idee deshalb einige Zeit reifen. Mein Leidensdruck war in den letzten Jahren jedoch so gross geworden, dass er mir das Risiko rechtfertigte. Gehts gut, so sagte ich mir, ist die Blockade endlich weg. Passiert geistlich nichts, habe ich eine Erfahrung mehr im Sack. Gehe ich dabei drauf, so ist mir die Blockade sowieso wurscht. Hab ich natürlich niemandem so erzählt, würde sonst womöglich schwupps, in der Psychi landen ;)

Alles in allem sehe ich der Auszeit deshalb nicht euphorisch, sondern mit gemischten, jedoch grundsätzlich positiven Gefühlen entgegen. Bin natürlich gespannt, was/wies rauskommt.

PS: Die Einträge erscheinen mit acht Wochen Verzögerung, da ich während der Auszeit aufs Internet verzichtet habe. Ich lebe also noch, soviel sei hier mal verraten ;)

2 Antworten zu “AUFBRUCH * fasten und auszeit”

  1. Freude herrscht sagte

    Ja mein lieber Wanderer, da bist Du ja schön voll rein getapst.

  2. [...] Unbedingt festhalten möchte ich am Gedanken der Auszeit. D.h. Natel ausgeschaltet, keine Mails, nicht im Vineyard-Büro blicken lassen usw. Dafür kann ich mir vorstellen, Besuche zu machen und Menschen meine Zeit anzubieten. Alles in gemütlichem Tempo und unterbrochen von Zeiten in der freien Natur. Dies könnte ich auch von Bern aus machen, braucht aber sicher einiges an Disziplin. Die weitere Entwicklung überlasse ich dem hl. Geist. Diese Veränderungen decken sich nach wie vor mit meinen ursprünglichen Anforderungen an diese Zeit (siehe auch Post “AUFBRUCH * fasten und auszeit”: [...]

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