BERESINA * licht in der dunkelheit

unser leben gleicht der reise eines wandrers in der nacht…

Bern ist tot

Verfasst von WANDERER am 19. Januar 2008

Berns Verantwortliche haben die Anti-WEF-Demo verboten. Und wollen dieses Verbot kompromisslos durchsetzen. Fodern dazu Verstärkung vom Polizeikonkordat Nordwestschweiz an. Seit dem Morgen fahren in der Kaserne Autos aus SO, BS, BL, AG und dem ganzen Kanton BE vor, gefüllt mit Polizisten. Parkplatz Schützenmatte gesperrt. An jeder Hausecke Gruppen von Polizeigrenadieren, Mannschaftsbussen, Wasserwerfern und Viehgatter-Jeeps. Schaufenster mit Holzverschlägen gesichert. Strassen (fast) leer.

Das weckt Erinnerungen. Andere Polizeiuniformen natürlich. Und anstatt Plexiglas-Schilder (unbenutzte) Kalaschnikovs. Oberflächlich Alltag. Nach Einbruch der Dämmerung leere Strassen. Mulmiges Gefühl.

Dort hiess es ethnischer Konflikt.

Was ist es hier und jetzt in Bern?

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Nacht

Verfasst von WANDERER am 14. Januar 2008

seele in panik

verschwommener blick durch tränengefüllte augen

watte dämpft das lachen der anderen seltsam

mundwinkel tief unten (solange niemand hinschaut)

kopf voll eifersüchtigen zynismus

herzen mit schmerzen – multipliziert durch gutgemeinten trost

frühlingswärme streichelt die haut – prallt dort ab, dringt nicht nach innen

stimme tönt hohl

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Weihnachten machen…

Verfasst von WANDERER am 28. November 2007

Heute habe ich eine Weihnachtsdekoration aufgehängt. Lichterketten, 7 Meter lang, 2×20 Stränge mit insgesamt über 3′000 Lämpchen, die eine Hausfassade schmücken. Sieht im Dunkeln wahnsinnig schön aus.

Da bin ich also mit halbsteifen Fingern am Entwirren der Kabel, als eine Bekannte vorbeiläuft. Nach dem Hallo meint sie, “So, machst du Weihnachten?” Spontan sage ich “Nein, kann ich nicht, verschönere sie bloss.” Erst im Nachhinein wird mir bewusst, wie wahr das ist. Weihnachten kann ich nicht machen, dazu brauchte es ein grösseres Kaliber als mich.

Gott, der in Form eines stink:)normalen, schreienden Säuglings Mensch wird.

Da kann ich schlicht nichts mehr hinzufügen. Höchstens zusehen, dass ich das Licht nicht bloss an Hausfassaden hänge, sondern auch im Herzen trage und andere daran teilhaben lasse.

PS: Auf dem Nachhauseweg quatscht mich doch tatsächlich einer an. Und lässt sich (dummerweise) nicht mehr abschütteln. Soll ich ihm nun seine Story abkaufen oder nicht? Doch halt, darum gehts doch eigentlich gar nicht. Gebe ich ihm nun Münz oder nicht? Der kauft damit doch sowieso Stoff und nicht das Bahnbillett nach Thun.
Irgendwoher dringt die Aufforderung der Bibel in mein Bewusstsein, sich der Not der Armen nicht zu verschliessen. Auch diese lässt sich nicht mehr abschütteln ;) und so schiebe ich meine Hand in die Tasche, klaube mein Münz zusammen und gebe es ihm. Kräftezehrende Bewegungen. Scheint mir irgendwie anstrengender, als mit dem Velo 1/2h zur Arbeit zu fahren.
Henu-so-de, leuchten braucht halt nun mal Energie. Ömu de schön häu erlüchteti Adväntszyt auersits.

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The day after after

Verfasst von WANDERER am 4. November 2007

Vernunft und Begierde
Gestern regierte König Bauch, seis beim Essen, der Tagesgestaltung oder der Art und Weise, wie ich Dinge erledigte: Möglichst viel, möglichst schnell. Nach 40 Tagen Unterdrückung schlug das “Begierde-Empire” einen Tag lang erbarmungslos zurück. Punkto Essen führte das zu Bauchkrämpfen und kurzzeitigem Durchfall, bezüglich Rest zu einem hektischen Tag, gefolgt von abendlicher Traurigkeit darüber :( :( :(

Erkenntnis des Tages: Nichts essen ist bedeutend einfacher als vernünftig essen.

Doch dann war ausgetobt. Als ich bei einem nächtlichen Spaziergang den Tag Revue passieren liess, empfand ich bloss etwas Traurigkeit und eine Art Belustigung. Absolut keine Selbstverdammnis durch Schuldgefühle wegen Versagen, mangelnder Selbstkontrolle usw. Und absolut keine Hoffnungslosigkeit, es eh nie auf einen grünen Zweig zu bringen. Ich fiel in kein tiefes, schwarzes Loch!

Das ist so komplett anders, als ich es nun seit Jahren gewohnt war. Irgendetwas ist grundsätzlich anders geworden. Das hat mich so überwältigt und berührt, dass ich einige Minuten nur noch weinen und stammeln konnte. Es ist tatsächlich eine neue neue Ära angebrochen.
Jedenfalls für mich, für den Rest der Welt ev. nicht ;)

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The day after

Verfasst von WANDERER am 3. November 2007

Ausblick
Kann vor lauter Aufregung natürlich wieder nicht schlafen… Ursprünglich wollte ich heute einen Rückblick schreiben. Doch die Erinnerungen sind noch so frisch und umfangreich, dass dieser wohl viel zu lang und chaotisch geworden wäre. Und überhaupt:

 

“Der letzte Schritt aus der Vergangenheit ist der erste Schritt in die Zukunft.”

Genau. Wieso zurückschauen, wenn doch die Zukunft direkt vor meiner Nase liegt. Selbstverständlich habe ich jede Menge Ideen, was ich in der nächsten Zeit alles unternehmen, ausprobieren und ändern möchte. Doch anstelle einer Aufzählung schreibe ich lieber ein Lied auf, eine Erinnerung an meine Kindheit, welches mich seit ein paar Tagen begleitet. Es beschreibt treffend, was ich im Moment empfinde:

Mein Herr kennt den Weg, der vor mir liegt,
ich brauche nur zu folgen. (2x)
Kraft, ihn zu gehn, zu widerstehn,
der Hölle, dem Tod und dem Teufel.
Mein Herr kennt den Weg, der vor mir liegt,
ich brauche nur zu folgen.

Gestern habe ich mir zudem aus einem Stapel Bibelverse einen “zufällig” rausgezogen, so als Losung für die kommenden Wochen: “Denn er selbst, der Vater, hat euch lieb.” (Johannes 16, 27a HfA) Danke Vättu, ig di o.

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tag 40 * 18:45

Verfasst von WANDERER am 2. November 2007

Von gestohlenen Äpfeln und geschenkter Schokolade
Dieser Apfelbaum von gestern, voll behangen mit rotglänzenden, reifen Äpfeln, die scheinbar niemand ernten will, liess mich einfach nicht mehr los. Also bin ich heute nochmals hingegangen. Im dazugehörigen Haus habe ich geklingelt, wollte um ein paar Äpfel bitten. Doch niemand öffnete. Da bin ich kurzerhand auf den Baum gestiegen und habe soviele Äpfel gepflückt, wie ich in zwei Papiertragtaschen packen konnte, sicher etwa 20 kg. Ich weiss, nennt man stehlen. Doch es sollte noch schlimmer kommen… Zuhause habe ich dann die schönsten Äpfel rausgelesen, um sie den Nachbarn zu schenken. Doch oh Schreck, ich kriegte Geld und Schokolade dafür! Bin also nicht bloss ein Dieb, sondern auch noch ein Hehler :)

Mit der Schokolade hat es eine besondere Bewandtnis. Eigentlich wollte ich nach meiner Fastenzeit meinen Schokoladenkonsum einschränken. Dochv zum Auffuttern von Kilos ist sie halt schon hilfreich. Ok, esse ich halt ab und zu etwas dunkle Schoggi, sagte ich mir. Schliesslich liegt so eine im Vorratsschrank, d.h. lag dort bis vor zwei Tagen ;) Doch dann hat sie mir irgendwer einfach weggegessen… Doch vorhin, was kriege ich in die Hand gedrückt? Eine Crémant! In meinem Innern sah ich förmlich den hl. Geist grinsen und mir mit den Augen zuzwinkern. Und beim Geld wusste ich auch sofort, für was es bestimmt ist. Ich werde mir morgen ein Thera-Band kaufen, so ein elastisches Band, mit dem man alle möglichen und unmöglichen Muskeln trainieren kann. Habe ich nämlich bitter nötig, da ich neben Fett auch eine Menge Muskeln verloren habe. Und genau heute (!) flatterte ein Katalog ins Haus, auf dem ein solches Thera-Band inkl. Anwendungsbroschüre angepriesen wurde. Noch vor einer Woche wäre dieses Angebot unbeachtet im Altpapier gelandet. Da hat jemand wohl an mich gedacht und ganz genau geplant :)

Sowieso, ich interpretiere Schokolade und Katalog/Thera-Band ganz klar als Zeichen, dass Gott fürsorglich und liebevoll zu mir schaut. Eigentlich krass: Derjenige, der von den unendlichen Weiten des Universums bis zu winzigen Quarks alles erschaffen und organisiert hat, kümmert sich um meine, seien wir ehrlich, eigentlich unbedeutenden Schokoladenwünsche!!!

PS: Die weniger schönen Äpfel habe ich kurzerhand zu gut vier Kilogramm Apfelmus verarbeitet. Und immer noch stehen jede Menge guter Äpfel rum. Wer die wohl alle essen will?

PPS: 19 Uhr ist vorüber, der Countdown der letzten 12 Stunden hat begonnen :)

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tag 40 * 05:00

Verfasst von WANDERER am 2. November 2007

Saatruhe
Vor drei, vier Wochen hatte ich ja eine Zeit, wo ich beinahe täglich wichtige Einsichten über mich und Gott gewann, Zusammenhänge erkannte, Offenbarungen erhielt und usw. (siehe z.B. tag 27). In der Zwischenzeit ist es diesbezüglich fast ruhig geworden. Mir fiel dazu der Begriff “Saatruhe” ein. Bin zwar nicht sicher, ob ich den Begriff korrekt verwende, meine damit aber Folgendes: Wenn ein Acker gedüngt, gepflügt, gehackt, besät und gewalzt wurde, liegt er eine Zeitlang einfach ruhig da. Bevor die jungen Pflanzen die Oberfläche durchbrechen, geschieht Tage bis Wochen scheinbar nichts. Doch genau in dieser Zeit passiert das eigentliche Wachstums-Wunder. Aus z.B. einem harten Weizenkorn entsteht ein Keimling, der dann zu Weizen und vielen neuen Körnern wächst!

Ich glaube, dass der hl. Geist die oben erwähnten Einsichten und Erkenntnisse wie Samenkörner in mein Leben gesät hat. Und sie nun am keimen und Wurzeln schlagen sind. In den nächsten Wochen, Monaten und Jahren werden sie langsam sichtbar werden, d.h. heranwachsen, Auswirkungen in meinem Lebens-Alltag zeigen und schlussendlich (reiche) Frucht bringen! So genial!!!

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tag 39 * 18:15

Verfasst von WANDERER am 1. November 2007

Die verflixte “Rechnung ohne den Wirt”
Gestern kam ich mir sowas von obergeistlich vor. Den ganzen Tag fast ausschliesslich in Zungen beten! Dabei interagieren hl. Geist und menschlicher Geist direkt miteinander (so hab ich das jedenfalls mitgekriegt). Dumm bloss, dass Seele und Verstand davon kaum was mitkriegen und damit krass unterbeschäftigt sind (bei mir wars auf jeden Fall so). Dafür waren sie in der Nacht hoch aktiv, wo ich doch eigentlich schlafen wollte :)

Aus purer Langeweile habe ich heute Haselnüsse, auf der Strasse liegende (sprich zerbeulte) Äpfel und am Gartenzaun einer unbewohnten Liegenschaft hängende Trauben gesammelt. Die Haselnüsse habe ich aufgemacht und geröstet, die Äpfel sorgfältig gerüstet und zusammen mit den Trauben gekocht. Eigentlich wollte ich Mus machen, doch weil ich zuviel Wasser reingeschüttet habe, wirds nun, serviert mit Vanille-Eis, ein herrliches Dessert. Weiter habe ich mir aus mind. drei Quellen ein Rezept für eine “Bärner-Anke-Züpfe” zusammengestellt, welche ich am Samstag backen will.

Aber…
Eigentlich wollte ich doch diese letzten Tage ohne Ablenkung und nur mit Gott verbringen. Ev. gemeinsam Rückschau halten, mir nochmals ganz viele Dinge zeigen lassen usw. Hab mir das alles so genial ausgedacht und dabei angenommen, dass der hl. Geist sich selbstverständlich an dieses Drehbuch hält. Ist da wohl was verkehrt gelaufen?
Als mir vorhin einfiel, dass ich den Tag über kaum einen Gedanken an Gott Vater, Sohn und hl. Geist verschwendet habe, erinnerte ich mich ich an die Bibellese von heute morgen: Petrus geht auf dem Wasser (Matthäus 14, 25-31 HfA). Ach, wie ich diesen Haudegen mag!
Der in der Bibellesehilfe betonte Aspekt passte mir dagegen weniger. Da stand, dass die Reihenfolge nicht stimme. Petrus folge eigentlich keinem Auftrag von Jesus, sondern er habe seinem “Chef” befohlen, was dieser ihm befehlen solle… Jesus lässt ihn gewähren. Und hilft ihm anschliessend auch noch aus der selbstverschuldeten Patsche. Naja, viel treffender könnte man meine Situation ja kaum beschreiben. Ich musste laut lachen, als ich das realisierte.

“Jesus, es tuet mer leid, dass ig so säubverständlech erwartet ha, dass du di a mini Planig haute wirsch. Danke, dass du mir vergisch u nid nachtragend bisch. U danke natürlech o für au die guete Sache, woni drfür itz de am Samschti darf ässe.”

Nun, was machen mit den verbleibgenden ca. 36 Stunden (bis Samstagmorgen um 7 Uhr)? Wenn ich jetzt vor lauter Nichtstun beginne, alle fünf Minuten auf die Uhr zu gucken, wird es wohl nie Samstag ;). Nein, werde mich nochmals ernsthaft und unvoreingenommen mit dem hl. Geist besprechen, was noch wie laufen soll…

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tag 38 * 17:30

Verfasst von WANDERER am 31. Oktober 2007

Ruhe & Frieden
Am morgen, noch im Bett, habe ich mal ausgiebig gedankt. Ich konnte fast nicht mehr aufhören :). Spät bin ich dann aus den Federn. In der Küche traf ich einen riesigen Geschirrberg an (die Wohnung ist drum vorübergehend zur Junggesellen-WG mutiert). Also hab ich mich überwunden, die Ärmel hoch gekrempelt, einen sozial-diakonischen Einsatz geleistet und alles blitz-blank geschrubbt.

Eigentlich scheint die Sonne, doch es weht ein frischer Wind und ist deshalb bloss um die 15°C. Habe mich warm angezogen und einen etwa 4-stündigen, ganz gemütlichen Spaziergang rund um die Enge-Halbinsel gemacht. Und weils etwas wärmer wurde, mich zuletzt noch lange an die Sonne gelegt. Dabei habe ich fast die ganze Zeit so halblaut in Zungen gesungen. Tiefste Ruhe und Frieden bis in die äussersten Fasern von Körper, Seele und Geist erfüllen mich. Ein wunderbarer Tag!

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tag 37 * 23:00

Verfasst von WANDERER am 30. Oktober 2007

Bloss noch drei Tage!
Kaum hat meine Auszeit begonnen, ist sie bereits wieder zu Ende. Andererseits scheint der Tag, wo ich mit dem Rucksack am Rücken in den Zug Richtung Domodossola gestiegen bin, eine halbe Ewigkeit her zu sein. Die üblichen Zeichen einer intensiven, erlebnisreichen Zeit halt.

An tag 3 habe ich mich gefragt, wie 13 x 3 Tage fasten wohl sein würde. Nun sinds bloss noch 1 x 3 Tage! Eine absehbar kurze Zeit scheint mir. Eigentlich krass.

Nachdem mich eine Zeitlang viele Gedanken beschäftigt hatten, bin ich nun wieder richtig zur Ruhe gekommen. Finde ich super, da ich die verbleibende Zeit noch mit “Sein” verbringen will. D.h. keine Besuche, kein Telefon, nix Tagebücher in den Laptop hacken usw. Vielleicht lasse ich sogar das Tagebuch schreiben sein. Dafür werde ich wohl die letzten Wochen Revue passieren lassen, die wichtigsten Erkenntnisse repetieren und vor allem Zeit mit Gott verbringen. Naja, hab ich mir jedenfalls so vorgestellt. Wies rauskommt, werde ich ja sehen.

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